Wir haben uns, neben unserem normalen Arbeitsalltag damit beschäftigt, welches Wohnmobil unsere „Schnecke 2.0“, ein Hymer Tramp 614 CL, in Zukunft ersetzen soll. Nun, in der ersten Woche, in der wieder zaghafter Wohnmobil-Reiseverkehr möglich war, konnten wir eine Dienstreise in den Landkreis Forchheim starten. Auf dem Hinweg (am Wochenende) machen wir kurz Station auf dem Stellplatz der Firma Concorde in Schlüsselfeld. Wir wollen sehen, ob man etwas sehen kann. Leider nein. Sonntags ist kein Schautag.

Schaufenster bei Concorde in Schlüsselfeld

Wir machen also nur einen Schaufenster-Bummel und sprechen mit einigen Concorde-Fahrern auf dem firmeneigenen Stellplatz.

Concorde Reisemobile in Schlüsselfeld

Wir sind jetzt ziemlich sicher, dass so ein Fahrzeug nicht zu uns passt. Die Anmutung des Ganzen hat den Anschein, dass es für uns viel zu groß und alles etwas in die Jahre gekommen ist. Aber zweifelsohne finden wir hier die Wiege des Luxus-Reisemobilbaues in Deutschland. Nebenan ist Phoenix? Phoenix? Ist das Phoenix?

Phoenix Reisemobile, Schlüsselfeld

Werden die wirklich hier gebaut? Wir halten nicht weiter an und fahren zu unserem Dienstort nach Ebermannstadt. Der Landkreis Forchheim hatte uns auch die Übernachtungen im Wohnmobil am Dienstort in Ebermannstadt genehmigt, denn die Campingplätze in Bayern öffnen erst wieder am 30. Mai 2020. In Niedersachsen sind Stell- und Campingplätze aber bereits seit 11. Mai 2020 wieder geöffnet.

Wir wollten diese Dienstreise – in den Süden der Republik – aber auch mit privaten Besuchen bei weiteren bekannten Wohnmobilherstellern verbinden. Irgendwann in der Zukunft werden wir mal mehr Zeit haben und können uns mittlerweile durchaus auch eine integrierte Bauweise bei einem Wohnmobil – mit etwas mehr Komfort – vorstellen.

Wir installieren uns aber zunächst auf dem firmeneigenen Parkplatz für zwei Tage. Herrliches Wetter. Der Firmenparkplatz ist besser als viele Stellplätze.

Elvis – ein großer Golden Retriever.

Als saisonale Besonderheit können wir von unserem Platz auch in einiger Entfernung ein Storchennest mit insgesamt vier Jungstörchen beobachten.

Storchennest mit vier Jungstörchen in Ebermannstadt

Das Firmen-Meeting ist nach zwei Tagen beendet. Jetzt geht es weiter. Seit 18 Jahren sind wir bekennende Hymer-Fans. Also, auf zu Hymer nach Bad Waldsee! OK, wir sind das erste Mal in Bad Waldsee, im Shop, im Show-Room. Hmm, erinnert irgendwie ein wenig an einen kleinen Obelink. Einen Camping Supermarkt, der alles hat.

Hymer in Bad Waldsee

Wir sprechen direkt den Verkauf an. Nach mehreren, erklärenden Sätzen, erhebt sich der Verkäufer auch irgendwann von seinem Stuhl und geht mit uns in die Ausstellung. Unsere Anforderung klingt eigentlich recht einfach: Sitzen, Stehen, Liegen. Duschen. Im Wohnmobil. Aber: Axel ist 2 Meter groß und hat dabei lange Beine, ist also kein Sitzriese. Wir wissen, dass das nicht so einfach ist. Der Verkäufer erklärt uns, dass dadurch, dass man jetzt nur noch Doppelboden baut, er uns leider kein Fahrzeug zeigen kann, bei dem mehr als 1,98 Meter Stehhöhe möglich ist. Wir fragen nach einem Nachfolger vom Hymer T 614 CL. Ja, so etwas wird nicht mehr gebaut.

Wir bedanken uns für das Gespräch und bummeln noch selber ein wenig durch die Halle. Da steht ein neuer Hymer Tramp 685. Könnte das nicht ein würdiger Nachfolger sein? Leider nein. Man hat zwar im Fahrzeug mit 2 Meter Körpergröße in der Fahrzeugmitte Stehhöhe. Aber: Anstatt des Ducato-Chassis hat man hier ein kleines Mercedes-Chassis verbaut. Die Sitze sind sehr schmal und fühlen sich unbequem an. Wenn man seinen linken Arm als Fahrer entspannt nach unten sinken lässt, liegt er vor dem Fenster und die scharfkantige Plastikmulde die das Verdunkelungs-Plissee am Fenster führen soll, drückt von unten. Nach mehr als 100 Kilometern Fahrt, wären sicherlich Elle und Speiche getrennt. Das ist nichts für lange entspannte Fahrten. Zur Anmutung des Interieurs beim Hymer Tramp 685 wollen wir uns an dieser Stelle mal nicht äußern. Das ist sicherlich Geschmacksache. Hymer haben wir einfach anders kennengelernt. Nun gut, wir haben nichts gefunden. Das hatten wir nicht erwartet.

Jetzt ruht alle Hoffnung auf Carthago. Eigentlich war vom Gefühl her Carthago immer etwas chicer als Hymer, auch etwas teurer, aber wenn es denn wirklich passt, dann kann es auch ruhig ein Carthago sein. Es sind nur 12 Kilometer bis Aulendorf bzw. zur Carthago City. Wir sind spät und übernachten auf dem firmeneigenen Stellplatz. Die Nacht in Carthago-City war angenehm und ruhig. Ein toller Stellplatz in Carthago-City. Wir sind schwer beeindruckt.

Carthago-City in Aulendorf

Am nächsten Morgen um kurz nach 9.00 Uhr, finden wir uns im Show-Room von Carthago ein. Ein freundlicher Verkäufer erklärt uns etwas zu Carthago und beantwortet auch geduldig unsere Fragen. Das Thema ist aber immer noch dasselbe. Sitzen, Stehen, Liegen und Duschen. Aus den Prospekten, die wir abends schon im Internet studiert haben, wissen wir, dass es Modelle mit Bettlänge von mehr als zwei Metern geben soll und auch die Stehhöhe über zwei Meter liegen soll.

OK, der Verkäufer zeigt uns sofort einen großen, integrierten „S-Plus“. Also ein E-Line-Modell auf Iveco-Chassis-Basis. Wir schauen hinein und sind sofort begeistert. Wow, das ist eine andere Liga. Stehen und liegen, auch mit zwei Metern Körpergröße kein Problem. Jetzt kommt die Sitzprobe hinterm Lenkrad. Autsch! Was ist mit dem Sitz los? Sitz-Einstellung? Geht der nicht weiter nach hinten? Wir versuchen alles! Abschließend kommt der Verkäufer zu dem Schluss, dass man vielleicht noch 8 cm von der L-Sitz-Gruppe abschneiden könnte, das Polster einkürzen und dann würde man den Sitz schon irgendwie weiter nach hinten bekommen.

Axel fragt, ob es sich vielleicht im E-Line auf Mercedes Chassis besser sitzt? Er probiert es aus. Nein, das passt auch nicht. OK, dann bleibt noch das Fiat-Ducato-Chassis. Ja, das funktioniert halbwegs, es geht noch am ehesten. So kennen wir es von unserem Hymer. Aber dann gibt es in diesem Punkt keine wirkliche Verbesserung. Dafür fehlt uns die Bereitschaft so viel Geld auszugeben. Wir verabschieden uns aus Carthago-City und trödeln nach Norden.

Um kurz nach 13 Uhr fällt uns ein, wir könnten doch auch noch einmal bei Morelo vorbeischauen. Nur mal so, interessehalber. Wir schauen im Internet nach und Google sagt uns, dass heute zumindest noch bis 17 Uhr geöffnet ist. Wir rufen an und wünschen uns noch ein Gespräch um 16:15 Uhr.

Morelo Flotte 2020

Wir hätten auch auf den nächsten Tag gewartet. Aber da ist garantiert geschlossen. Feiertag. Christi Himmelfahrt. OK, wir kommen um kurz nach 16 Uhr an und werden direkt von einem kompetenten Verkaufsberater bedient.

Neben unseren Anforderungen: Sitzen, Stehen, Liegen und Duschen für Menschen mit zwei Meter Körpergröße erhöhen wir gleich mit der Anforderung: Bitte dabei aber unter 8 Meter Fahrzeuglänge bleiben! Und ein Fahrzeug mit so einem gläsernen Wein- und Sektglas-Schrank brauchen wir auch nicht. Wir sind Camper! Wir trinken Wein auch aus Plastikgläsern und Bier aus der Flasche.

Unser Hymer hat nur 7.20 Meter Fahrzeuglänge

Es kommt, wie es kommen musste. Wir bekommen einen Morelo Loft gezeigt. Alles passt. Die Sitzposition auf den Luft-Kissen-Sitzen ist grandios. Axel kann sich aufrecht im Fahrzeug bewegen und der Rest passt auch perfekt. Wahnsinn! Vom Grundriss her favorisieren wir einen LOFT 74 H.

Grundriss: Morelo Loft 74 H

Wir lieben Querbetten im Wohnmobil! Wir entscheiden uns für das Modell 74 H, müssen jedoch noch eine paar kleine Details in der kommenden Woche klären.

Morelo Loft – Prospektbild

Den darauffolgenden Abend und die Nacht verbringen wir auf dem moreloeigenen Firmen-Wohnmobil-Stellplatz. Der perfekte Platz, um mit erfahrenen Morelo-Fahrern noch einmal die Featurliste durchzugehen und die ein oder andere Position zu bestätigen oder zu verwerfen.

Am nächsten Morgen geht es nach einer Hunderunde rund um das am Feiertag geschlossene Morelo-Gelände wieder in Richtung Norden.

Wir machen Pause bei Volkmarsen und unternehmen eine kleine Wanderung zur Kugelsburg.

Die Kugelsburg bei Volkmarsen

Wir sind einem Morelo-Händler zugewiesen worden, der sich für unser Gebiet zuständig erklären würde. Veregge & Welz in Bissendorf bei Osnabrück.

Veregge & Welz in Bissendorf (bei Osnabrück)

Prima, der ist ja auch nur 200 Kilometer von uns entfernt. Da wir den Händler nicht kennen, haben wir uns entschieden ihn morgen, am Freitag nach Christi Himmelfahrt einmal zu besuchen. Wir finden uns – unangemeldet – um etwa 09:30 Uhr auf dem Firmengelände ein und schauen uns die Morelo-Ausstellungsfahrzeuge von außen an.

Home – Loft – Home

Jetzt haben wir zu dem mitgebrachten Fragen aber auch noch ein paar zusätzliche Fragen. Ein Verkaufsberater nimmt sich absolut unvorbereitet und spontan Zeit und beantwortet geduldig und sehr kompetent alle unsere Fragen. Wir modifizieren nochmal die Featureliste ein wenig und verändern das Innendesign komplett. Nach mehr als zwei Stunden intensiver Beratung haben wir – vermutlich – jetzt unsere finale Konfiguration. Der Verkaufsberater verspricht die aufgenommenen Punkte mit dem Werk zu klären und wir fahren jetzt erst einmal wieder nach Haus.